Und in der Tat gelingt dies Bastien mit seinen Fotos, die von 1991 bis 2009 in 18 verschiedenen Ländern Europas gemacht wurden. Ein Punk am Bahnhof (Deutschland), eine Einkaufspassage (Holland), eine regnerische Autobahn (Belgien), die Aufnahmen sind ohne Zusatzangaben schwer zuzuordnen.

Der Besucher der Ausstellung kann seine Europa-Kenntnisse dabei selbst überprüfen. Es gibt zwar zu jedem Bild Angaben zum Ort und Datum der Aufnahme, doch sind die Info-Kärtchen leicht eingeknickt. Nur durch deren hochdrücken kann man die Angaben sehen. Man wird also dazu angeregt ein kleines Ratespiel zu machen, zu prüfen ob man selbst herausfindet aus welchem Land die Aufnahme stammt. Die richtige Antwort ist dabei meist schwer zu finden. Doch Bastien weiß das: „Ich habe bewusst Klischees gemieden. Auf einem Foto sieht man beispielsweise einen Schweden in kurzen Hosen. Nicht etwa bei Schneegestöber im Mantel, wie man es vielleicht erwartet. Das Ziel ist nicht nur Klischees zu meiden, sondern sie gar aufzubrechen.

Im Zentrum der Ausstellung stehen zehn Fotos von Menschen an Zebrastreifen oder Ampeln. Aufgenommen jeweils in verschiedenen Ländern, stellt der Fotograf die Europäer hier quasi gegenüber. Gleiche Situation, anderes Land. Besonders ins Auge sticht dabei ein Foto, bei dem in dicken Buchstaben auf dem Straßenübergang steht: Look left. Einige wartende Passanten schauen auch nach rechts, andere aber geradeaus oder nach links. Wissen alle Europäer wo links und rechts ist? Bastien: „Die Bilder am Zebrastreifen sind spannend. Die Menschen werden aus der Bewegung gestoppt, stehen still. In solchen Momenten kann man Europa festhalten.

Die Fotos sind im Rahmen des Festivals Traduire l’Europe (Europa übersetzen) in der Médiathèque André Malraux ausgestellt. Die Ausstellung dauert vom 2. Februar bis 20. März 2010.

Alle Infos zur Ausstellung gibt's hier: Europa Europa

(Foto: Pascal Bastien)